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Warum wir uns mit anderen vergleichen – und was das mit uns macht

9. Okt.
3 Min. Lesezeit

„Die Kollegin wirkt viel selbstbewusster als ich.“

„Alle anderen scheinen ihr Leben besser im Griff zu haben.“

„Warum gelingt ihm das so leicht und mir nicht?“


Kommt dir einer dieser Gedanken bekannt vor? Damit bist du nicht allein. Sich mit anderen zu vergleichen, gehört zum Menschsein dazu. Fast jeder von uns macht es – bewusst oder unbewusst. Das Problem ist nicht der Vergleich an sich. Schwierig wird es dann, wenn wir uns dabei regelmäßig schlechter machen, unsere eigenen Stärken übersehen und beginnen, an uns selbst zu zweifeln.


Frau dehnt ihr Bein auf einer Bank in den Bergen, umgeben von Blumen und Felswänden, bei sonnigem Wetter.
Fokus wechseln: Richte deine Aufmerksamkeit lieber auf deine Stärken, als auf andere zu schauen.

Warum vergleichen wir uns überhaupt mit anderen?

Unser Gehirn liebt Orientierung. Schon seit Urzeiten vergleichen Menschen sich mit anderen, um ihren Platz in der Gemeinschaft einzuschätzen. Folgende Sätze begleiten uns oft unbewusst durch unseren Alltag.

  • Bin ich gut genug?

  • Gehöre ich dazu?

  • Mache ich es richtig?


Vergleiche helfen uns grundsätzlich dabei, uns einzuordnen und zu lernen. Sie sind also zunächst nichts Negatives. Problematisch wird es, wenn wir nur noch nach oben schauen und dabei vergessen, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte, seine eigenen Voraussetzungen und persönliche Herausforderungen hat.


Der unfairste Vergleich überhaupt

Kennst du das? Du siehst jemanden, der souverän auftritt, erfolgreich wirkt, sportlich ist oder eine scheinbar glückliche Beziehung führt. Und sofort beginnt dein Kopf zu rechnen:

„Warum schaffe ich das nicht?“ „Bei mir läuft es nicht so gut.“ „Ich müsste eigentlich viel weiter sein.“


Das eigentliche Problem

Dabei passiert etwas sehr Interessantes: Wir vergleichen oft unsere Innenseite mit der Außenseite anderer Menschen. Wir kennen unsere Sorgen, Ängste, Zweifel und Unsicherheiten ganz genau. Von anderen sehen wir meist nur das, was nach außen sichtbar wird. Gerade soziale Medien verstärken diesen Effekt. Dort begegnen uns die schönsten Momente, die größten Erfolge und die besten Bilder – aber selten die schlaflosen Nächte, die Selbstzweifel oder die schwierigen Entscheidungen dahinter.


Was Vergleiche mit unserem Selbstwert machen

Wenn wir uns ständig mit anderen messen, entsteht leicht das Gefühl, nicht zu genügen.

Wir beginnen, den Fokus auf das zu richten, was uns fehlt:

  • nicht erfolgreich genug

  • nicht attraktiv genug

  • nicht mutig genug

  • nicht entspannt genug

  • nicht leistungsfähig genug


Selbstzweifel: die logische Folge

Haben wir unseren Fokus ständig auf andere gerichtet, geraten unsere Fähigkeiten, Erfolge und Stärken immer mehr in den Hintergrund. Viele Menschen, die zu mir ins Coaching kommen, verfügen über beeindruckende Ressourcen. Sie sind engagiert, verantwortungsbewusst, empathisch oder sehr belastbar. Doch weil ihr Blick ständig auf andere gerichtet ist, erkennen sie oft nicht mehr, was bereits alles in ihnen vorhanden ist.


Der Vergleich hat oft eine gute Absicht

So unangenehm er sich anfühlen mag – häufig steckt hinter dem Vergleichen eine positive Absicht.

  • Vielleicht möchte ein Teil in dir wachsen.

  • Vielleicht möchte er dich motivieren.

  • Vielleicht möchte er verhindern, dass du stehen bleibst.


Das Problem entsteht erst dann, wenn aus Inspiration Selbstabwertung wird.

Es macht einen Unterschied, ob ich denke: „Das inspiriert mich.“ oder „Ich werde niemals so gut sein.“


Dein eigener Weg muss nicht aussehen wie der der anderen

Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen, Erfahrungen, Werte und Ziele. Was für den einen Erfolg bedeutet, fühlt sich für den anderen vielleicht völlig falsch an.


Die entscheidende Frage

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Bin ich so gut wie die anderen?“ Sondern: „Bin ich auf einem Weg, der zu mir passt?“


Wirkliche Zufriedenheit

Dass wir in einen Status mit uns selbst kommen, in dem wir uns aufrichtig zufrieden fühlen, entsteht selten durch Vergleiche. Echte Zufriedenheit entsteht dann, wenn wir beginnen, unseren eigenen Weg wertzuschätzen und uns selbst mit mehr Wohlwollen zu begegnen.


Selbstwert stärken: kleiner Impuls für deinen Alltag

Nimm dir heute drei Minuten Zeit und notiere:

  • Worauf bin ich stolz?

  • Was ist mir in den letzten Wochen gut gelungen?

  • Welche Stärke hat mir dabei geholfen?


Vielleicht fällt dir die Antwort zunächst schwer. Doch je öfter du deinen Blick auf das richtest, was bereits da ist, desto leiser wird die Stimme, die ständig nach links und rechts schaut. Und desto stärker wird die Verbindung zu dir selbst. Denn du musst nicht besser sein als andere. Du darfst lernen, immer mehr du selbst zu sein. Dabei kann es auch helfen, dich mit deinen inneren Stimmen und Glaubenssätzen auseinanderzusetzen.


Wenn du merkst, dass Vergleiche, Selbstzweifel oder hohe Ansprüche dich immer wieder ausbremsen, begleite ich dich gerne dabei, deine eigenen Stärken wieder klarer wahrzunehmen und mit mehr Vertrauen deinen eigenen Weg zu gehen.




 
 
 

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Klaudia Thaler, Akad. Mentalcoach

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